Joggen und Dehnen

Dehnen verhält sich zu Joggen, wie Autowäsche zu Autofahren, denn irgendwie macht es kaum einer so richtig gerne. Viele Läufer, mich eingeschlossen, dehnen sich nur widerwillig oder auch mal gar nicht. Zu schnell fällt einem eine Ausrede ein, sich nach dem Joggen nicht Dehnen zu müssen. Dabei ist Dehnen, oder auf Neudeutsch Stretching, wichtig und sollte in jedem Training Platz finden.

Warum sollte man sich eigentlich nach dem Joggen dehnen?

Das wir überhaupt laufen und joggen können haben wir unzähligen Muskeln in unserem Körper zu verdanken. Vereinfacht dargestellt, setzen sich Muskeln aus zwei verschiedenen Muskelfasern zusammen. Unterschieden werden die Fasertypen aufgrund ihres Myoglobingehalts.

Fasern mit einer hohen Myoglobinkonzentration nennen sich Slow-Twitch-Fasern oder tonische Fasern. Typisch für diese Muskelfasern ist die dunkelrote Färbung. Diese tonischen Fasern sind für langsame Bewegungen ausgelegt und ermüden nur langsam. Das heißt sie können ihre Leistung über einen langen Zeitraum erbringen. Durch mangelnde oder einseitige sportliche Belastung verkürzen sich diese Muskelfasern.

Muskelfasern mit einem niedrigeren Myoglobingehalt werden Fast-Twitch-Fasern oder phasische Fasern genannt. Diese weißen Muskelfasern sind für schnelle Reaktionen und Bewegungen verantwortlich. Im Gegensatz zu den tonischen Fasern ermüden sie schneller und verkürzen sich nicht, sondern „verkümmern” eher.

Stretching wirkt Haltungsschäden vor

Ist nun ein tonischer Muskel verkürzt kann dies ernste Folgen haben. Einerseits kann die Lauftechnik und -Leistung dadurch negativ beeinflusst werden, anderseits können auch unnötige Schmerzen und sogar Haltungsschäden auftreten. Ein Dehnen von verkürzten Muskeln wirkt dem entgegen.

Aber nicht nur der Verkürzung von Muskeln wird mit dem richtigen Dehnen oder Stretching entgegengewirkt. Stretching lockert auch verspannte Muskeln wieder auf. Die Muskulatur in Beinen und Waden vollbringt beim Joggen kontinuierlich Höchstleistung. Durch das Lauftraining bauen sich schnell Verspannungen in den Muskeln auf. Diese Verspannungen der Beine und Waden werden durch Dehnübungen wieder gelöst.

Daraus leitet sich auch ab, wann man am sich am besten Dehnen sollte: Nach dem Lauftraining. Anzumerken bleibt für mich und alle anderen Dehnmuffel nur noch: Dehnen nach jedem Training.


5 Kommentare

  1. Michael

    Interessant.
    Welche Dehnübugungen empfiehlst du?
    Ist es auch ratsam sich VOR dem Joggen zu dehnen?


  2. Marcel

    Ja, das ist wirklich mal interessant. Ich denke, wenn ich mit dem Redesign durch bin, dann werde ich mich mal an das Thema Dehnen setzen und vielleicht auch mal ein paar Dehnübungen vorstellen. Der Bereich fehlt auch noch bei mir.

    Gute Anregung, mal sehen was ich da finden werde :)


  3. Joggen & Laufen - Der Blog » Blog Archive » Laufschuhe im Test, Dehnübungen oder Glossar

    [...] Beitrag von 90Kilo.de über Dehnen fand ich super interessant und hat mich auf die Idee gebracht auch auf [...]


  4. Mr.Olympia

    Hi,

    also zum Thema “Dehnen” hat wirklich jeder eine andere Meinung. Mittlerweile soll es ja bewiesen sein, das Dehnen das Verletzungsrisiko erhöht bzw. die Muskeln nur irritieren soll.

    Was soll man nun glauben?

    Ich dehne mich natürlich vor dem Sport (Krafttraining), auch nur um mein gewissen zu beruhigen :) Ich mache das seit Jahren so und es hilft meiner Psycho dabei, da man sich so auch etwas mental vor dem Training aufwärmt und dann nachdem Training abwärmt(heißt es denn so hehe).

    Wie sind denn eure Erfahrungen dabei?

    LG
    Wannabe Mr.Olympia


    Hinweis: Ich habe den Link entfernt, da ich etwas gegen Keywordlinks habe.


  5. Nicki

    Dehnen is das wichtigste was es gibt besonders nach dem Sport!! Nach dem Krafttraining oder dem Joggen verkürzen sich die Sehnen und Muskeln. Durch das dehnen, also die entgegengesetzte Bewegung, kann das verhindert werden.

    Man fühlt sich danach auch viel viel besser.

    Wichtige Dehnungsübungen: ein Bein nach vorne stellen, Ferse auf dem Boden lassen und vorderen fuss anwinkeln, also hoch ziehen.–> zieht in der Wade

    auf einem Bein stehen, das andere anwinkeln (Ferse zum Po)–> zieht schön in den Oberschenkeln

    Beine Spreizen und mit den Händen in Richtung Boden –> ziehen auf der Hinterseite der Beine