Erste Trainingsvorbereitungen

Nun ja, heute ist es soweit. Heute werde ich zum ersten mal Joggen. Aber wie stelle ich das ganze an? Wenn ich im Sportoutfit das Haus verlasse, bin ich die nächsten Tage das Gespött meines Nachbarn. Es werden sicherlich so qualifizierte Fragen folgen wie:

  • Wie viel Kilometer joggst du denn so?
  • Hast wohl selbst gemerkt, dass es ohne Sport nicht weitergeht?

Nun, auf solche Gespräche will ich des Friedens lieber verzichten. Mein Plan ist eher, dass in ein paar Monaten, mein Nachbar fragt, ob ich trainiere. Ich werde dann so ganz beiläufig erwähnen, dass ich seit geraumer Zeit regelmäßig laufe. Als ob es nichts besonderes wäre. Wenn ich dann noch ganz gemein bin, werde ich ihn fragen, ob er nicht mal eine Runde mit laufen will? Auf das Gesicht und die Ausrede werde ich gespannt sein.

Aber bis dahin ist es ja noch ein Stück. Erst einmal sollte ich meinen ersten Lauf hinter mich bringen. Und das ganze so, dass mich mein Nachbar nicht sieht. Ich muss also aus dem Haus schleichen.

Auch die Wahl des Trainingsorts ist nicht ganz so trivial. Wo soll ich denn joggen? Ganz in der Nähe gibt es einen Fluss. Da wimmelt es nur so von Sportskanonen auf Fahrrädern und Inlinern. Außerdem gibt es dort viele andere Jogger und Walker. Ich sehe das ganze realistisch: Ich werde Anfangs bestimmt nicht schnell joggen. Eher langsam. Vielleicht wird man mich auch mit einem Walker verwechseln. Deswegen kann ich nicht trainieren, wo es andere Jogger gibt. Auf mitleidserregende Blicke, habe ich nämlich gar keine Lust.

Also werde ich in dem kleinen Waldstück, ganz in der Nähe hier laufen. Dort ist kaum jemand, der mich bemitleiden kann. Ein perfekter Plan.